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Kirchen

Dreifaltigkeitskirche Dreifelden

Die romanische Kernkirche der Evangelischen Kirche Dreifelden gilt als die älteste Kirche des Westerwaldes.
Hinsichtlich des Kirchenbaustils ist in Dreifelden ein deutlicher trierisch-wiedscher Einfluß zu erkennen: Der Turm der Dreifeldener Kirche aus dem 13. Jh. befindet sich über dem Ostchor, über den Grundmauern des ersten romanischen Turmes, der, zusammen mit der ursprünglich einschiffigen Basilika, um das Jahr 1000 n.Chr. errichtet wurde. Das Turmdach stammt aus der gotischen Bauperiode.
kirche_dreifeldenEs folgten um 1250 eine spätromanische Erweiterung und im 16. Jh. Veränderungen in gotischer Bauweise.
Im 30jährigen Krieg (1618 - 1648) soll eine Linde auf das Kirchendach gefallen sein und dieses schwer beschädigt haben. Brandspuren, die man beim Kirchenumbau in den 1950er Jahren in deren tiefer gelegenen Fußbodenschichten entdeckte, lassen darüber hinaus Verwüstungen durch die damaligen Kriegsereignisse erkennen. 
Im Jahre 1699 ging man schließlich daran, die Kirche zu renovieren. Mit einer neuen Kanzel, derjenigen in der Kirche von Hachenburg-Altstadt aus dem Jahre 1697 sehr ähnlich, verlagerte man - wie während der Barockzeit in vielen Kirchen - den theologischen Schwerpunkt: die Dreifeldener Kirche, im 16. Jh. evangelisch geworden, wurde nunmehr Predigtkirche, mit neuen Bänken auf einer neuen Empore und im Chorraum.
Ein Mansardendach erhielt die Kirche in den Jahren 1808/09, also in einer weiteren barocken Bauperiode, um Raum für die nächsthöhere Empore zu gewinnen
dreifeldenhistorisch1Von der ursprünglichen romanischen Basilika sind noch die Nord- und Südmauern erhalten, die in der Umbauphase 1955-59 - unter Leitung des Architekten Thomas aus Altenkirchen und des Dreifeldener Pfarrers Eibach - wieder ihre ursprünglichen spätromanischen Arkaden erhielten. Die Außenseite der südlichen Wand des Mittelschiffes wurde durch den Anbau eines Seitenschiffes, ebenfalls nach dem Vorbild des spätromanischen Baubestandes, zur Innenwand umgewandelt und zeigt seit 40 Jahren das Hauptindiz für das hohe Alter der Kirche: Bruchsteinreihen im Fischgrätenmuster.
Im Rahmen des Umbaus wurde die Holzdecke mit bunten spätromanischen Mustern gestaltet.

Orgel
Die Firma Voigt aus Igstadt erbaute im Jahre 1840 eine einmanualige Orgel mit 9 Registern. Die Pfeifen dieser Orgel und diejenigen einer Orgel aus Hatzfeld/Eder (Fa. P. Dickel, Treisbach, 1875), setzte die Orgelbaufirma Hardt (Weilmünster) im Jahre 1959 in neuer Gestaltung zusammen.
Die Notwendigkeit einer teuren Überarbeitung und Reparatur dieser Orgel führten zu einem Orgelneubau an einem akustisch günstigeren Platz. Diese Orgel der Fa. Jann wurde 2003 in Dienst gestellt. Finanziert wurde der Neubau zu einem bedeutenden Teil durch Spenden der Mitglieder unserer Kirchengemeinde.

Glocken
Als Entstehungszeit der größten Glocke (260 kg, Ton: des´) kann  mit großer Wahrscheinlichkeit die Bauzeit des zweiten, spätromanischen Turmes unserer Kirche, das 13. Jh., angegeben werden. Diese Zeit war ein erster Höhepunkt in der Glockengießerkunst. Sichere Indizien für diese Datierung sind die Beschaffenheit des Materials und der Form sowie das Fehlen einer Glockenaufschrift. Dank des Einsatzes von Pfarrer Eibach wurde diese Glocke im 2. Weltkrieg - noch auf dem Verladebahnhof! - vor der Einschmelzung bewahrt.
Die mittlere und die ursprüngliche kleinste Glocke stammen aus der zweiten Hochperiode des Glockengießens. Die mittlere Glocke (163 kg, Ton: es´´) aus dem Jahre 1476 trägt die Aufschrift „KATARINA HEIS ICH UM DIE ERE GODES LUDEN ICH MCCCCLXXVI“.
Die kleinste Glocke aus dem Jahre 1506 (Aufschrift: „MARIA HEISEN ICH IN GODES ERE LUDEN ICH MDVI“, 128 kg) wurde im 1. Weltkrieg (1917) vom Reichsmilitärfiskus konfisziert und eingeschmolzen; dasselbe Schicksal ereilte im 2. Weltkrieg (1940) die von der Firma Rincker in Sinn (Dillkreis) gegossene Nachfolgeglocke aus dem Jahre 1930. Im Jahre 1950 erhielt die Kirchengemeinde, wiederum von der Firma Rincker, eine neue Glocke (141 kg, Ton: f ´´); sie trägt die Aufschrift: „O LAND LAND LAND HOERE DES HERRN WORT 1950“. Damit war das Geläut wieder vollständig und ist es, Gott sei’s gedankt, bis heute geblieben.
 

Evangelische Kirche Steinen

kirchesteinenDie Geschichte der Steiner Kirche ist weitaus kürzer als jene der Dreifaltigkeitskirche, aber durchaus interessant. Mit großem Engagement und enormer Eigenleistung erbaute sich die Steiner Bevölkerung unter Führung des damaligen Rückerother Pfarrers und Dekans Heinrich Görnert ihr eigenes Gotteshaus - wie es heißt, gegen den erklärten Widerstand der Kirchenleitung. Das Ganze geschah in den Jahren 1955-1957.
glockensteinen
Nachdem immer wieder einmal kleinere Sanierungsarbeiten vorgenommen wurden, ist nun eine größere Sanierung sowie die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes und des Eingangsbereiches durchgeführt worden.

Durch Eigenleistungen von Gemeindegliedern konnten die veranschlagten Kosten im Rahmen gehalten werden.